Seit Max Design und Sunflowers 1998 Anno 1602 auf den deutsch/österreichischen
Markt brachten, geriet ein Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten ist.
Schon vier Jahre später erschien das ebenso erfolgreiche - aber von Kritikern
stark bemängelte - Anno 1501, das neben dem PC auch als Brettspiel veröffentlicht
wurde. Und jetzt können wir uns bereits am dritten Teil des erfolgreichsten
deutschen PC-Spiels aller Zeiten freuen: Anno 1701.
Doch diesmal können die Entwickler auch mit einer Handheld-Version, exklusiv
für den Nintendo DS, aufwarten. Anstatt aber einfach die PC Version auf
den weitaus kleineren Bildschirm zu pressen und damit eine weitere, lieblose
Handheld-Umsetzung auf den Martk loszulassen, haben die Disney Interactive
Studios ein komplett neues Spiel, angepasst an die einzigartige Hardware des
DS, entwickelt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!
Gameplay
Die Anno-Reihe startet immer gleich: Ihr brecht anfangs nur mit einem Schiff
in die neue Welt auf, errichtet auf einer Insel ein Kontor und baut von dort
aus ein florierendes Imperium auf. Dabei müsst ihr sowohl durch Holzfällerhütten
und Schaffarmen für grundlegende Rohstoffe sorgen, als auch die exquisiten
Wünsche eurer Bevölerung mit Tabakplantagen oder Rumbrennereien erfüllen.
Denn glückliche Pioniere zahlen mehr Steuern und entwickeln sich zu immer
zahlfreudigeren Siedlern, Bürgern und schließlich Aristokraten weiter,
wenn ihr ihre Bedürfnisse erfüllt. Das sind anfänglich alltägliche
Dinge, wie eine Taverne und Stoffe, später dann Bildungseinrichtungen,
eine funktionstüchtige Feuerwehr und prunkvolle Statuen.
Allerdings wächst nicht auf jeder Insel das gleiche und oftmals sind
manche Rohstoffe einfach nicht auf eurer Startinsel verfügbar. So wird
man bald gezwungen, sein Imperium noch weiter zu expandieren, wobei man oft
auf militärische Mittel zurückgreifen muss, um Außenposten
vor Piraten und Ureinwohnern zu verteidigen.
Gespielt werden kann entweder eine 15 Missionen umfassende Kampagne, das klassische "Endlosspiel" und
sogar mit bis zu vier Freunden via WiFi. Langeweile kommt also bei Anno 1701
sicher nicht so schnell auf...
Grafik & Sound
Ein paar Worte zur Grafik: Grafisch gibt Anno 1701 für ein derart komplexes
Spiel so einiges her, ist aber auch nicht überragend. Durch die Zoom-Funktion
kann jederzeit zwischen Übersichtlichkeit und Detail umgeschalten werden.
Die Bewohner, Tiere und Landschaften sind von Nahem gut umgesetzt, von weitem
ist die Landschaft aber stellenweise etwas verpixelt. Die Sounduntermalung
ist ebenfalls stimmig und geht einem auch bei langem Spielen nicht auf die
Nerven. Besonders gefallen hat mir die typische Dorfkulissen-Untermalung:
Da hört man Hunde bellen, Schafe blöken und Dorfbewohner miteinander
murmeln. Auch wenn die Hardware des DS natürlich nicht an den PC herankommt,
ist es den Entwicklern doch überaus gelungen, ein perfektes Neue-Welt-Flair
auf den Handheld zu zaubern.
Steuerung
Wer denkt, Anno wäre viel zu komplex für einen Handheld hat weit
gefehlt: Die Grafik ist mehr als übersichtlich, die zwei Bildschirme
wurden perfekt ausgenuzt (unten findet sich die eigentliche Welt, oben seht
ihr immer eure Baumaterialien, den Berater, sowie Statistiken zu eurer Bevölkerung,
Einrichtungen und Steuern) und die Steuerung mit dem Stylus geht sekundenschnell
ins Blut über. Um den Spieler nicht zu überfordern wurde außerdem
die Vielfalt an Waren für den Nintendo DS auf 16 reduziert und die Gebäudewahl
etwas eingeschränkt.
Pro und Contra
+ Schöne Grafik
+ Passende Soundkulisse
+ Anno 1701 endlich für Handheld
+ Packendes Spielprinzip
+ Langzeitmotivation
+ Spiel ist nicht schnell durchgespielt
- Kann leicht eintönig werden
Fazit
Endlich ein Anno 1701 für einen Handheld - und ein Strategiespiel, was sich
wirklich sehen lassen kann! Die schöne Grafik und das einzigartige Spielprinzip
werden euch für viele spaßige Stunden an den Nintendo DS fesseln.