Harvest Moon ist neben Klassikern wie Zelda und Mario ein weiterer Videospielmeilenstein,
der sich über die Jahre immer wieder auf verschiedenen Konsolen gehalten
und bewiesen hat. Jetzt dachte man sich wohl, es ist Zeit für etwas Neues
und tauschte kurzerhand den Jungen mit der blauen Mütze und Latzhose
gegen einen Helden in einem Fantasy-Szenario. Ob diese neue Seite an Harvest
Moon Rune Factory zu einem Hit macht oder das alte Konzept zerstört, erfahrt
ihr wie immer in unserem Review.
Ohne jede Erinnerung...
Euer Abenteuer beginnt, als euer Alter Ego Ragna vor einem idyllischen Haus
zusammenbricht. Schnell ist Hilfe in Gestalt der hübschen, aber merkwürdigen
Tau zur Stelle - schnell wird klar, dass sich euer Held bis auf seinen Namen
an nichts mehr erinnert... Sozusagen als Therapie gegen Amnesie - und damit
jemand für sie arbeitet - bietet Tau euch an, auf ihrem Hof zu wohnen und ihn
zu bewirtschaften. Und so seid ihr wieder beim typischen Harvest Moon Ausgansszenario
:-)
Anfangs bekommt ihr eine praktische Hacke zum pflügen des Felds, ein Päckchen
Samenkörner und natürlich eine Gießkanne zum bewässern geschenkt. Jetzt geht
es erstmal ans Unkraut Jäten, Umpflügen, Aussähen, Gießen und schließlich Ernten.
Durch das reife Gemüse verdient ihr euer Geld. Je besser das Gemüse ist, desto
mehr Geld bekommt ihr - im späteren Spielverlauf könnt ihr auch selbst neue
Samen züchten und so noch bessere Pflanzen erhalten.
Dabei könnt ihr euch nicht mehr wie in früheren Teilen zu Tode ackern, sondern
habt Runenkraft und Lebenskraft. Die Runenkraft verbraucht sich mit jedem Spatenhieb
und Schwertschlag, den ihr ausführt - ist sie aufgebraucht, wird mit jeder
weiteren Arbeit eure Lebenskraft aufgebraucht. Ist diese verbraucht, seid ihr
tot... Schlafen, ein Bad in der heißen Quelle und diverse andere Mittel füllen
eure Runenkraft aber schnell wieder auf.
Außer der Landwirtschaft könnt ihr eure Zeit auch mit Besuchen in der Stadt
zubringen. Dort erwarten euch viele Läden und Charaktere, jeder mit seiner
eigenen Geschichte. Wie schon in den Vorgängern geben euch die Bewohner viele
wichtige Gegenstände, so dass ihr immer wieder von Haus zu Haus gehen solltet, um nichts zu verpassen.
Von
Gemüse und Monstern
Neben den altbekannten Features der Harvest Moon Teile wurde in Rune
Factory auch großen Wert auf den Rollenspiel-Aspekt gelegt. So levelt
ihr durch den Kampf mit Monstern auf, könnt eure Fähigkeiten in bestimmten
Kategorien, wie z.B. Angeln, Feldarbeit oder Schwertkampf steigern und
sogar mächtige Zauber erlernen.
Doch auch die Sammelleidenschaft kommt nicht zu kurz: Anstatt Monster
nämlich nur zu bekämpfen, könnt ihr sie auch zähmen und auf eurem Hof
einziehen lassen. So könnt ihr die netten Kreaturen diverse Arbeiten
verrichten lassen oder euch einfach mit ihnen anfreunden. Dieses Prinzip
erinnert stark an Pokemon Ranger oder Monster Hunter und fügt sich perfekt
in das neue Spielszenario ein.
Auch soziale Kontakte mit den Dorfbewohnern kommen nicht zu kurz. Jeden
Einwohner sehr ihr in einer Tabelle mit seiner jeweiligen Einstellung
euch gegenüber - ist er ein Freund, könnt ihr ihn auch zu "unchristlichen"
Zeiten besuchen, verliebte Einwohner könnt ihr sogar heiraten.
Langeweilge kommt bei Rune Factory so schnell also nicht auf - ihr wechselt
im Spielverlauf immer zwischen dem Farmeralltag, den Rollenspielelementen,
dem Monsterjagen und diversen Nebentätigkeiten. Einziges Manko: Wenn
ihr in einem Kampf sterbt, ist das Spiel beendet und ihr müsst vom letzten
Speicherpunkt aus neu starten - speichert also am besten bei jedem neuen
Tag!
Zu guter letzt haben die Entwickler dem Spiel noch eine WiFi Verbindung
spendiert, über die ihr besondere Samen, Monster und andere Items mit
Freunden austauschen könnt.
Präsentation Die Grafiker von Rune Factory haben wirklich ganze Arbeit geleistet!
Das Spiel ist optisch wunderbar gelungen und wird mit einem Animevideo eingeleitet,
von dem sich Fernsehserien noch eine Scheibe abschneiden können. Die Charaktere
und Monstern sind liebevoll animiert und wirken durch die 2D Zeichnungen
noch lebendiger.
Auch die Musik passt wunderbar zur fantastischen Welt von Rune Factory und
schafft eine stimmungsvolle Athmosphäre.
Gesteuert wird in Rune Factory vor allem mit dem Steuerkreuz und den Aktionstasen,
wobei die Schultertasten auch nicht zu kurz kommen. Im Menü und zum schnelleren
Arbeiten auf dem Feld empfiehlt es sich aber, den Touchpen zu Hilfe zu nehmen.
Klickt einfach euer Werkzeug an und dann nach und nach auf so viele Stellen
auf dem Boden, wie ihr wollt - Ragna wird sie dann nach und nach begießen,
umpflügen, oder was immer ihr wollt! Mit dem Touchpen zu laufen empfiehlt
sich allerdings nicht, da Ragna an vielen Objekten hängen bleibt und ihr
euch schnell verklickt...
Fazit
Mit Rune Factory: A Fantasy Harvest Moon ist nicht nur ein würdiger Nachfolger
der Harvest Moon Reihe, sondern auch ein Genremix der Extraklasse gelungen!
In fantastischer Präsentation wird das klassische Landwirtschaftsgameplay mit
Rollenspielelementen und Monster-Sammelleidenschaft verbunden. Heraus kommt
ein Spiel, dass euch viele spannende Stunden vor den Nintendo DS fesseln wird.
Vielen Dank an Eidos für die kostenlose
Bereitstellung eines Reviewexemplars!