Schon seit 2003 bezaubert die berühmte Kinderbuchautorin Cornelia Funke
Groß und Klein mit ihrer Tintenwelt-Trilogie. Den Auftakt zu der magischen
Geschichte in einer Welt hinter den Büchern bildet das Buch "Tintenherz"
- am 11. Dezember startet auch der gleichnamige Film in den deutschen Kinos.
Und was wäre eine Buchverfilmung oder passendes Videospiel dazu? Wir haben
Tintenherz
für den Nintendo DS auf Punkt und Komma getestet...
Ein
Marder mit Hörnern
Meggies Vater Mo ist Buchbinder und in einem kleinen Bergdorf auf der Suche
nach einem bestimmten Buch, das er schon lange sucht: Tintenherz. Gerade
als er es gefunden hat, macht seine Tochter vor dem Laden die Bekanntschaft
mit Staubfinger, einer unheimlichen und merkwürdigen Figur, die einen gehörnten
Marder bei sich hat. Als Mo Staubfinger sieht, packt ihn die nackte Angst
und er und Meggie müssen so schnell wie möglich auf ihrem Schlitten fliehen.
Und schon beginnt das erste Minispiel im Nintendo DS Spiel Tintenherz. Mit
dem Steuerkreuz lenkt ihr den Schlitten an Hindernissen vorbei und müsst
dabei schnell genug bleiben, so dass Staubfinger euch nicht erwischen kann. Habt
ihr diese actionreiche Einlage gemeistert, beginnt das eigentliche Spiel
in Form eines Point-and-Click-Adventures.
Anfangs steuert ihr Meggie durch einfaches antippen auf dem Touchscreen.
Der Nintendo DS wird dabei wie ein Buch gehalten: Auf der linken Seite seht
ihr euer momentanes Ziel, sowie Unterhaltungen oder Meggies Gedanken. Rechts überblickt
ihr eure momentane Umgebung sowie die Charaktere und könnt mit dem Touchpen
mit beidem interagieren. Durch einen Klick auf den Rucksack in der rechten
oberen Ecke öffnet ihr das Inventar und das Menü.
Zwischen
den Zeilen lesen...
Das Hauptaugenmerk bei dem Spiel zu Tintenherz liegt eindeutig
auf der Storyline. In Zwischensequenzen, in denen ihr gezeichnete Standbilder
der Personen seht, wird durch Dialoge die Geschichte zum Film nacherzählt
- teilweise im genauen Wortlaut des Buches. Auch anklickbare Gegenstände,
zu denen Meggie gedankliche Kommentare abgibt, vermitteln sehr genau den
Flair des Buches.
Spielerisch gesehen hat Tintenherz leider einige Macken... Zum einen sind
die zu erledigenden Aufgaben zu anspruchslos, was für eine eher jüngere Zielgruppe
spricht, ob dieses Publikum aber die textlastigen Zwischensequenzen zu schätzen
weiß, ist eine andere Sache. Sollte man trotz der einfachen Aufgaben mal
nicht weiterkommen, leuchten durch einen Druck des A-Knopfes alle Stellen
auf dem Touchscreen auf, bei denen man etwas anklicken (und so auch damit
interagieren) kann.
Die eher actionlastigen Minispiele sind eine gute Abwechslung, passen aber
manchmal nicht wirklich in das ansonsten eher ruhige Spielgefühl.
Präsentation Grafisch ist Tintenherz ein zweischneidiges Schwert: Die Zwischensequenzen,
in denen die Protagonisten des Films in Standbildern gezeichnet wurden und
durch Textdialoge die Geschichte vermitteln sind sehr gut in Szene gesetzt
und dürften sowohl Fans des Buches, als auch des kommenden Films begeistern.
Auch die vorgerenderten Umgebungen sind meist stimmungsvoll umgesetzt - leider
nicht so die animierten Personen. Meggie und Mo bewegen sich durch die Landschaft,
als hätten
sie zu wenig
Gelenke und sind alles in allem auch viel zu grob gezeichnet.
Die Musikuntermalung ist stimmungsvoll und passend. Auch die gelegentlichen
Soundeffekte kommen gut rüber - schade nur, dass es für die vielen Zwischensequenzen
keine Sprachausgabe gibt... vor allem bei Zitaten aus Büchern wäre es schön
gewesen, die Darsteller aus Tintenherz auch reden zu hören.
Die Steuerung von Tintenherz ist in Ordnung und typisch für Point-and-Click-Adventure:
Ihr steuert alles komplett mit dem Touchscreen. Andere Tasten kommen nur
in den Minispielen zum Einsatz.
Fazit
Als bekennender Fan der Tintenherz-Romane und voller Vorfreude auf den kommenden
Kinofilm hatte ich natürlich hohe Erwartungen an das gleichnamige Nintendo
DS Spiel. Für Fans wie mich oder Kinobesucher, die die Bücher nicht gelesen
haben, ist das Spiel auch eine gute Möglichkeit, tiefer in die Geschichte einzudringen,
da diese wirklich schön erzählt wird. Spielerisch bietet Tintenherz allerdings
keine Neuerungen, die Aufgaben sind zudem für ein Adventure viel zu leicht.
Jüngere Spieler, die gerne und viel lesen, dürften aber ihren Spass daran haben.
Vielen Dank an Tivola für die kostenlose
Bereitstellung eines Reviewexemplars!