Im Zeitalter von beliebten Serien wie CSI, Ungeklärte Morde und NAVY CIS
ist es nicht verwunderlich, dass die Welle der Verbrechensaufklärung auch
auf unsere Spielkonsolen schwappt. Es macht auch weitaus mehr Spass, selbst
Fälle zu lösen, als den Ermittlern nur dabei zuzusehen! Ob Unsolved Crimes:
Tatort New York City in dem umstrittenen Genre mithalten kann, zeigt unser
Review.
Willkommen
in der Mordkommission!
Wie in einer typischen Fernsehserie, die Mordfälle aufklärt, werdet ihr mit einem
Introfilm begrüßt, dass euch die wichtigsten Personen der Mordkommission - eure
Kollegen - vorstellt und einige gerenderte Bilder von New York bereithält. Das
ganze ist mit dynamischer Musik untermalt und versetzt euch sofort in die richtige
Stimmung zum Verbrechenaufklären!
Zunächst will Abbot - der Hauptkommissar - eure Fähigkeiten erstmal in einem
Übungsfall testen. Ohne Mord und ohne Blut lernt ihr also erstmal die Grundlegende
Steuerung und den typischen Ablauf im Aufklären eines Verbrechens. Dieser gestaltet
sich wie folgt: Zunächst erklärt euch Abbot an einer Tafel alles, was zu dem
aktuellen Fall bekannt ist: Das Verbrechen (im Übungsfall hat jemand Graffiti
auf
eine
Wand
gesprüht), die Tatverdächtigen (zwei Jugendliche und der Hausmeister,
der das Graffiti gefunden hat), die Beweisstücke (die Dose des Sprayers, leider
ohne Fingerabdrücke) und eventuell eine Skizze des Tatorts. Die Akte mit den
bisherigen Erkenntnissen könnt ihr euch auch am Tatort jederzeit ansehen. Habt
ihr die Tafel lange genug studiert, geht es zusammen mit der blonden Marcy auch
schon los an den Tatort.
Umsehen, Fragen stellen, Schlussfolgern
DieTatorte
sind komplett in 3D animiert. Ihr seht das ganze aus der Ich-Perspektive, bewegt
euch mit dem Steuerkreuz durch den Raum und dreht die Kamera mit dem Touchpen.
Wenn ihr etwas interessantes seht, tippt ihr es einfach mit dem Touchpen an,
damit Marcy euch etwas dazu sagt. Ihr könnt jederzeit die Akte des Falls einsehen,
um nochmal die Aussagen der Verdächtigen oder Zeugen zu lesen oder die Beweisstücke
näher zu betrachten. Dort könnt ihr euch auch selbst Notizen machen, falls euch
etwas einfällt.
Zunächst
solltet ihr euch am Tatort etwas umsehen. Nach dem Finden eines besonderen Hinweises
fängt Marcy an, für die Ermittlung wichtige Fragen aufzustellen, z.B.
"Was sagt das Graffiti an der Wand aus?" oder "Was sagt uns die Lage der Glasscherben
über den Mörder?". Wenn ihr richtig kombiniert, könnt ihr die Fragen mit Hilfe
eines Auswahlmenüs beantworten. Liegt ihr mit eurer Antwort richtig, seid ihr
der Aufklärung des Falls einen Schritt näher gekommen, antwortet ihr hingegen
falsch, wird euch einer der drei Sterne abgezogen - habt ihr keine Sterne mehr
übrig, ist das Spiel vorbei und ihr müsst den Fall von vorne bearbeiten. Vor
jeder Frage wird euch außerdem gezeigt, welche Fähigkeiten ihr zum Beantworten
benötigt: Mehr Intelligenz, gute Beobachtungsgabe oder die Fähigkeit, Tatsachen
richtig zu kombinieren. Das sind zwar eigentlich überflüssige Informationen,
solltet ihr eine Frage aber falsch beantworten, wisst ihr wenigstens, ob ihr
einfach nur falsch gedacht oder einen Hinweis im Raum übersehen habt.
Habt ihr den Verbrecher richtig bestimmt, geht es wieder zurück zu Abbot für
einen Abschlussbericht. Hier müsst ihr nochmal die Eckpfeiler des Falls durchgehen
und durch ein Auswahlmenü Abbots Fragen richtig beantworten oder relevante Clous
sogar selbst eingeben. Ist das geschafft, folgt eine Statistik über den Fall
und eine Bewertung eurer Arbeit.
Jeder Fall gestaltet sich auf die gleiche Weise: Umsehen, Hinweise sammeln, Fragen
beantworten, Abschlussbericht abgeben. Das macht aber richtig Spass und ist auch
durch die Kombination von Hinweisen finden und Fragen beantworten wirklich gut
umgesetzt.
Die Fälle sind auch nicht zu leicht und nicht zu schwer, so dass jüngere, sowie
ältere Spieler voll auf ihre Kosten kommen. Lediglich
der
Umfang
des
Spiels
hätte
etwas
großzügiger
ausfallen
können
-
gerade
wenn
man richtig in Fahrt kommt, ist es
leider schon vorbei...
Präsentation Grafisch wurde zwar nicht alles aus dem Nintendo DS rausgeholt,
die Tatorte sind aber einigermaßen gut in Szene gesetzt. Vor allem die Videos
vor jedem Fall sind sehr stimmungsvoll.
Musik ist nur in den Videos vorhanden, um euch bei den Ermittlungen nicht
zu stören. Die Soundeffekte sind passend, schade ist nur, dass es keine Sprachausgabe
bei den Dialogen gibt...
Gesteuert wird Unsolved Crimes durch eine Mischung aus dem Steuerkreuz und
dem Touchpen. Anfangs ist die eigenartige Drehung der Kamera etwas gewöhnungsbedürftig,
geht aber schnell ins Blut über. Alles zusammen ist die Steuerung gut an
das Spielgeschehen und den Nintendo DS angepasst!
Fazit
Unsolved Crimes ist ein gelungenes Adventure, bei dem die Aufklärung von Morden
im Vordergrund steht. Grafisch zeigen sich zwar einige Mängel und auch die fehlende
Sprachausgabe ist schade, ansonsten wurde die Idee aber sehr gut umgesetzt. Das
Aufklären der Verbrechen ist sehr gut gestaltet und weder zu schwer noch zu leicht,
so dass Spieler aller Altersklassen ihren Spass haben werden. Einziges Manko:
Der geringe Umfang... bleibt nur zu hoffen, dass bald ein neuer Teil kommt!
Vielen Dank an EIDOS für die kostenlose
Bereitstellung eines Reviewexemplars!