Die Freuden einer Mutter oder eines Vaters genießen
und das ganz ohne Schwangerschaft, Geburtsstress oder Adoptionsslalom? My
Baby
Boy / My Baby Girl von EA und den französischen Studios Nobilis und Dancing
Dots macht es möglich!
Keine
Schwangerschaftsstreifen...
So schnell kann man Mutter werden: Verpackung aufmachen, My Baby Boy in den DS
Slot stecken und den Nintendo DS anschalten :-) Im Gegensatz zu den normalen
Regeln der Genetik habe ich bei My Baby Boy die freie Auswahl, wie mein virtuelles
Kind aussehen soll: Europäisch, Afrikanisch, Asiatisch, mit schwarzen oder braunen
Haaren, grün- oder blauäugig. Ich entscheide mich für einen Jungen, der wenigstens
von den äußeren Merkmalen her mein Sohn sein könnte und nehme ein europäisches,
braunhaariges Baby mit blauen Augen. Nur ein paar Klicks mit dem Touchpen und
schon ist der kleine Knut geboren - das ging aber schnell (und ganz ohne lästige
Schwangerschaftsstreifen)!
Sofort begrüßt mich der Kinderarzt und die Hebamme, die mich auf meinem Weg zur
perfekten Mutter begleiten werden. Während der Kinderarzt mit immer Übungen erklären
wird, die wichtig für die Weiterentwicklung des Babys sind, zeigt mir die Hebamme
ganz allgemeine Dinge, wie Windeln wechseln und Fläschchen geben. Anfangs
wird man von beiden regelrecht bombadiert, später ist man aber dankbar für die
Tipps der Hebamme und würde ohne den Kinderarzt das eher lineare Spielgeschehen
gar nicht weitertreiben können.
Der
1. Monat...
Dann bin ich plötzlich allein mit dem kleinen Knut, der friedlich in seinem Kinderbettchen
liegt. Der Kinderarzt hat mir die Anweisung gegeben, meinen Finger in Knuts Hand
zu legen, damit er den Greifreflex erlernt und ihn leise zu rufen, damit er auf
mich reagiert. Zum Glück kann ich die beiden relevanten Entwicklungsschritte
nochmal auf dem oberen Bildschirm sehen, samt einer Fortschrittsleiste. Berühre
ich jetzt mit dem Stylus Knuts Hand, greift er tatsächlich danach und der Balken
füllt sich ein wenig.
Doch schon nach wenigen Sekunden ist die Ruhe vorbei und Knut schreit aus vollem
Hals. Gut, dass die Hebamme gleich zur Stelle ist und weiss, dass Knut nur Hunger
hat - puh! Über ein kleines Menü muss ich mich nun auf das Sofa setzen, Knut
auf meinen Knien. Jede der tagtäglichen Aufgaben ist leider in einen strikten
Ablauf gegliedert - eine Abweichung vom Plan gibt es nicht! Daher mische ich
erstmal durch Auf- und Abbewegen des Stylus die Zutaten in der Milchflasche,
ziehe dann das Lätzchen an Position und muss nun die Flasche im richtigen Winkel
halten, damit der kleine Knut auch trinken kann. Mache ich alles richtig, strahlt
der Naseweiß mich an und es geht wieder zurück in sein Kinderbettchen.
Weil
ich meine ersten Schritte als Mutter so gut gemacht habe, bekomme ich auch gleich
ein Geschenk von Knuts Oma: Einen schicken Overall! Sofort ist wieder
die Hebamme zur Stelle und zeigt mir, wie ich mein Baby mit tausend verrückten
Dingen (die ich erst kaufen oder freischalten muss) anziehen kann. Mit einer
schicken Sonnenbrille und dem neuen Strampelanzug aus dem Laden lernt sich der
Greifreflex doch auch gleich viel besser! Sobald die Entwicklungsanzeige der
beiden Aufgaben aufgefüllt ist, erscheint wieder der Kinderarzt, lobt ein wenig
und stellt mir dann schon die nächste Herausforderung für Monat Nr. 2...
Auf diese Weise ist das gesamte Spiel aufgebaut: Ihr begleitet euer Baby über
14 Monate hinweg und müsst in jedem Monat bestimmte Aufgaben erfüllen, damit
sich euer Kind weiterentwickelt. Zum Glück steht ihr dabei nicht unter Zeitdruck
- einziges Hindernis sind die Bedürfnisse des Kindes, die ihr regelmäßig stillen
müsst. So muss alle Nase lang die Windel gewechselt, das Baby gebadet oder ein
Spaziergang gemacht werden. Schade bei diesen Aufgaben ist, dass sie alle nach
einem routinierten Muster ablaufen müssen - davon gibt es keine Abweichung und
somit auch keine spielerische Freiheit. Einzig beim Ankleiden eures Babys könnt
ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen - auch wenn die Ergebnisse dann sehr
Realitätsfremd ausfallen...
Das Hauptaugenmerk liegt aber auch nicht auf den "Minispielen", sondern in der
Entwicklung eures Babys. So wächst euer virtueller Wonneproppen immer weiter,
verändert sich sowohl im Aussehen, als auch im Verhalten. So ist der Hund, der
auf früheren Spaziergängen noch furchteinflößend war und durch einen schnellen
Lauf außer Sichtweite des Babys gebracht werden musste, plötzlich interessant
und der Kinderwagen muss einige Zeit zum Streicheln des Vierbeiners angehalten
werden. Zudem könnt ihr die Entwicklungsstufen ganz in Ruhe mitverfolgen, da
euer Baby nur altert, wenn ihr die Aufgabenstellungen des Kinderarztes erfüllt
- und damit könnt ihr euch so viel Zeit lassen, wie ihr wollt.
Präsentation Besonders gut hat uns an My Baby Boy die Grafik gefallen. Eine
neue Engine sorgt dafür, dass die gesamten Umgebungen sehr hell ausfallen,
was einiges an Flair ausmacht. Das Spiel ist komplett in 3D mit einem leichten
Cell-Shading-Touch, der euer Baby noch dazu knuddliger aussehen lässt.
Musik gibt es wenig, da die meisten Geräusche im Spiel entweder von eurem
Baby oder den Gegenständen stammen, die ihr gerade benutzt. Vor allem die
Stimme des Kindes wurde gut eingefangen und hört sich fast schon real an.
Einziges Manko: Die immer gleichen Tonschleifen, z.B. beim Hochheben der
Beine beim Wickeln.
Gesteuert wird in My Baby Boy ausschließlich mit dem Stylus und dem Touchpad,
auf dem auch euer Baby zu sehen ist. Dabei ist es oft gar nicht so leicht,
das Baby auch "sanft" zu behandeln, da ihr von anderen Nintendo DS Spielen
eine weitaus unempfindlichere Steuerung gewohnt seid. Nach kurzer Eingewöhnungszeit
und einigen virtuellen Babytränen habt ihr den Dreh aber raus.
Auch das Mikrofon ist euer stetiger Begleiter,
da ihr euer Baby andauernd rufen müsst - aber bitte nicht zu laut, sonst wird
es unglücklich! Ein keliner Tipp für Öffentlichkeitsspieler: Ein sanftes Pusten
in das Mikrofon hat den gleichen Effekt ;-)
Unterschiede der Versionen
My Baby erscheint in zwei verschiedenen Versionen: My Baby Boy und My Baby
Girl. Einziger Unterschied: Das jeweilige Startgeschlecht. Aber keine Sorge
- ihr müsst nicht beide Versionen kaufen, um auch ein Baby des anderen Geschlechts
spielen zu können. Spielt das Spiel einfach einmal durch und das andere Geschlecht
ist automatisch freigeschalten.
Fazit
Eine gelungene Baby-Simulation, die vor allem durch die schöne kindgerechte
Grafik überzeugen kann. Leider ist der Ablauf im Leben des Babys etwas zu
linear gestaltet und die Reihenfolge beim Ausführen der Aufgaben zu
strikt geraten. Wer aber gerne Lebenssimulationen spielt und sich mit den
virtuellen
Rackern anfreunden kann, kann ohne Bedenken zugreifen!
Vielen Dank an EA - Electronic Arts GmbH für die kostenlose
Bereitstellung eines Reviewexemplars!