Jurassic
Park lässt grüßen
Dinosaur King beginnt mit einer Zwischensequenz aus statischen Mangabildern
und Text. Eine Archäologin zeigt den zwei Hauptprotagonisten Max und Rex
die neue Dinopistole, mit der Dinosaurier wieder zum Leben erweckt werden
können.
Doch wie gewonnen,
so zeronnen: Ein böses Team taucht auf und schnappt sich im Dunklen die Dinopistole,
nur um einen gefährlichen Tyronosaurus Rex zu rufen, mit dem sie die
Weltherrschaft an sich reißen wollen.
Natürlich müsst ihr dies verhindern und könnt gleich zwischen einem der beiden
Jungen wählen, mit dem ihr dann den Rest des Spiels bestreiten werdet. Beide
sind bis auf das Aussehen identisch und bringen nur andere Startdinosaurier
mit sich.
Und schon beginnt der erste von vielen Kämpfen in Dinosaur King.
Schere,
Stein, Papier? Wenn ein Kampf beginnt, wechselt ihr automatisch in den Kampfbildschirm.
Dort könnt ihr entweder fliehen, euren aktuellen Dinosaurier mit einem aus
dem Inventar tauschen oder kämpfen. Im Kampf wählt ihr zwischen "Schere",
"Stein" und "Papier" - euer Gegner tut das gleiche. Je nachdem, wer den anderen
schlägt (Schere schlägt Papier, Papier schlägt Stein, Stein schlägt Schere)
führt der entsprechende Dinosaurier eine Attacke aus. Der Verlierer kann gar
nichts tun. Die erste Runde ist dabei reine Glückssache! Bei der zweiten Runde
verhält sich der Gegner nach folgendem Muster: Habt ihr gewonnen, wird er etwas
wählen, das eure Attacke schlägt. Ein Beispiel: Habt ihr gerade mit Stein gewonnen,
wird er als nächstes Papier nehmen, so dass ihr automatisch Schere nehmen solltet.
Hat hingegen er gewonnen, wird er den gleichen Angriff einfach nochmal machen.
Dieses System macht es euch zwar einfach zu gewinnen, leider aber genauso viel
Spass wie das Wartezimmer beim Arzt... Der Glücksfaktor am Anfang jedes Kampfes
ist mehr als ärgerlich und die einfache KI ist lachhaft. Ein so schlechtes
Kampfsystem hat es schon lange nicht mehr gegeben.
Auf
Erkundungsgang
Neben kämpfen lauft ihr rollenspieltypisch durch eine futuristisch angehauchte
2D-Landschaft und löst verschiedene Quests. Die reichen von "Such meine Halskette"
bis "Besiege Dinosaurier Typ XXX" - immer mit dem Hauptziel, das böse Team Alpha
auszuschalten, dass mit Hilfe von Dinosauriern die Weltherrschaft an sich reißen
will.
Dabei seht ihr euren Charakter aus der Vogelperspektive.
Ab und an findet ihr ein neues Dinosaurierskelett, dass ihr dann mit Hilfe eines
Minispiels frielegen müsst um den darin enthaltenen Dinosaurier zum kämpfen benutzen
zu können. Im Minispiel müsst ihr mit dem Stylus vorsichtig das Skelett freilegen,
ohne dass der Ausgrabungshammer zerbricht. Auch das ist aber kinderleicht und
selbst falls ihr es nicht schaffen solltet, gibt euch die Assisstentin die Dino-Daten
auch so.
Über WiFi könnt ihr Dinosaurierdaten mit euren Freunden austauschen und so eure
Datenbank erweitern. Auch Kämpfe gegen Freunde sind möglich, die aber wirklich
reines Glücksspiel und keine Herausforderung sind.
Performance
Die Grafik des Spiels ist solide. Normal wandert ihr durch eine 2D Landschaft,
die nichts aufregendes, allerdings auch keine Macken bietet. Die Dinosaurier
in den Kämpfen sind komplett 3D animiert, allerdings so grobpixelig, dass sie
lieblos erscheinen. Die Hintergründe sind auf steriles Gras und einen einfarbigen
Himmel reduziert.
Der Sound ist in Ordnung, aber mehr leider auch nicht.
Im freien Feld steuert ihr eure Figur mit den Richtungstasten und dem A und B
Knopf, in den Kämpfen könnt ihr ebenfalls entweder das Steuerkreuz oder den Stylus
benutzen.
Fazit
Alles in allem ist Dinosaur King ein typisches Spiel mit einer guten Idee,
das schlecht umgesetzt wurde. Die Idee: Eine Art Pokemon-Rollenspiel mit
3D animierten Dinosauriern. Die schlechte Umsetzung: Die Kämpfe sind wegen
des Schere-Stein-Papier-System reine Glückssache und gegen die berechenbare
KI einfach nicht spannend. Die Dinosaurier sind leblos animiert, das Spiel
im ganzen schlichtweg zu unterfordernd. Wer auf Dinosaurier steht und keine
anspruchsvollen Kämpfe mag, kann einen Blick riskieren, alle anderen sollten
sich lieber mit Pokemon anfreunden.
Vielen Dank an SEGA für die
kostenlose Bereitstellung eines Reviewexemplars.