Es kam aus dem Wasser...
Ganz nach der Evolutionstheorie beginnt das Leben in SPORE - Wilde Kreaturen
im Wasser. In knappen Sätzen wird erzählt, dass auf den Planeten eine wilde
Mutation bei den Kreaturen umgeht, die einen bösen Urheber hat. Doch als
er sich dem nächsten Planeten nähert, entkommen zwei von fünf Kreaturen,
die er als Wirte benutzen will und retten sich aus dem Wasser an Land.
Eine dieser Kreaturen - Oogie - seid ihr. Anfangs seht ihr noch recht unspektakulär
aus: ohne Beine oder Arme, nur mit einem Schneckenkörper und einem paar Augen.
Doch schon bald findet euer Partner "klein Oogie" ein neues Körperteil,
nämlich einen Mund für euch. Nun könnt ihr Nahrung aufnehmen und so euer Leben
wieder auffüllen - außerdem schaut ihr schon mehr nach einer Kreatur aus :-)
Um Körperteile anzubringen, müsst ihr nun ein Nest finden - in der freien Wildbahn
geht das nämlich nicht. Zum Glück ist klein Oogie recht schnell und findet
ein geeignetes Plätzchen für euch. Kaum angekommen wechselt ihr gleich in den
Kreaturen-Designer.
Einmal Gott spielen
Im Kreaturen-Designer könnt ihr eure Kreatur ganz nach Belieben verändern
und
gestalten - sofern ihr Körperteile gefunden habt. Und genau da liegt auch
der
Wermutstropfen der ganzen Sache. Während euch völlige Freiheit im Designen
eurer
Kreatur zugesichert wird, müsst ihr im Verlauf des Spiels immer wieder genau
die Körperteile anbringen, die zum Weiterkommen verlangt werden. Das schränkt
eure Freiheit natürlich empfindlich ein, ist aber für den Spielverlauf
unerlässlich.
Eure Kreatur könnt ihr in Sachen Körperform, Augen, Mund, Arme, Beine, Schwanz
und Extras, wie z.B. Rückflossen ausstatten. Jedes Körperteil hat zudem bestimmte
Fähigkeiten. Beine beispielsweise erhöhen eure Verteidigung im Kampf gegen andere
Kreaturen, je fortgeschrittener die Beine, desto mehr Verteidigungswert haben
sie. Bestimmte Körperteile können euch aber komplett neue Fähigkeiten, wie durch
tiefes Wasser gehen oder Heilen lernen. Ersetzt ihr das entsprechende Körperteil
wieder, ist der Vorteil verloren...
Zu Anfang stehen euch nur ein paar wenige Teile zur Verfügung, im Laufe des Spiels
könnt ihr aber an jeder Ecke neue Teile finden und euch verschiedene Kreaturen
bauen. Nur gut, dass man eine fertige Kreatur auch speichern kann, um dann immer
wieder zwischen einem Kämpfer, einem Wasserläufer oder einem anderen eurer Wesen
hin und her schalten kann, ohne alles nochmal auszurüsten.
Auch in Sachen Farbe und Körperbemalung habt ihr verschiedene Möglichkeiten -
zudem könnt ihr die Körperteile in ihrer Größe und Ausrichtung verändern. So
sehr man auch im Spielverlauf in gewisse Kreaturenmuster gedrängt wird, so viel
Möglichkeiten hat man dann wieder zur freien Gestaltung.
Sozialisieren
Sobald ihr "Oogie" von seinem Schneckendasein befreit und ihn etwas ansehnlicher
gemacht habt, ist es auch schon an der Zeit die Kreaturen auf diesem Planeten
kennenzulernen.
Ihr
bewegt eure Kreatur entweder mit dem Touchpen oder mit dem Steuerkreuz über
die Welt. Die Kamera könnt ihr mit der R- und L-Taste drehen. Sämtliche
Interaktion mit Objekten oder Kreaturen erledgit ihr ebenfalls mit dem Touchpen. Kriecht,
watschelt oder lauft also hinüber zu dem "Taptup" und tippt das Rufen-Symbol
an, dann wird er auf euch aufmerksam. Nun erscheinen entweder Smileys oder eine
Blume über seinem Kopf. Bei den Smileys müsst ihr einfach das Smiley auf die
Kreatur ziehen, um sie zu knuddeln. Bei der Blume startet ein kleines Tanz-Minispiel,
bei dem ihr rechtzeitig im Rhytmus auf eine der vier Blumen am Bildschirm klicken
müsst. Erledigt ihr eine der Aufgaben, steigt die Sympathie der Kreatur euch
gegenüber. Ist die Sympathieleiste voll, ist sie euer Freund und ihr könnt sie
dazu bewegen, euch überall hin zu folgen.
Nicht nur "Friede, Freude, Eierkuchen" Soweit so gut, doch auf den Planeten leben nicht nur freundliche
Kreaturen. So werden ihr gleich nach dem sozialisieren in eine Kampfsituation
geworfen. Die bösartige fremde Kreatur greift ihr an, indem ihr mit dem Touchpen
einen aggresiven Strich über sie zieht - verteidigt wird automatisch. Der Taptup,
der euch ja folgt, wird sich mutig mit den Kampf stürzen und euch so unterstüzen.
Habt ihr gewonnen hinterlässt euch der Gegner etwas zu fressen und ein neues
Kreaturenteil.
Kaum ist der Schock und das eben gelernte verdaut, kommt auch schon das nächste
Übel: "Klein Oogie" wird von dem Raumschiff aus dem Intro entführt! Da bleibt
nicht viel zu tun, als sich stetig weiterzuentwickeln und vielleicht selbst so
hoch in der Evolutionsleiter aufzusteigen, um ein eigenes Raumschiff zu bauen
- denkt sich zumindest eure Kreatur.
Damit ist das Intro beendet und ihr könnt das gelernte nun selbst im Laufe des
Spiels anwenden.
So weit, so gut... Nun müsst ihr im Grunde immer nur das Gleiche tun: Ein Nest finden,
euch für die nächste Herausforderung ausrüsten, euch mit Kreaturen anfreunden,
kämpfen, etc. Der treibende Faktor ist dabei nicht die eher flache Story, sondern
die Möglichekeit, eure Kreatur weiterzuentwickeln. So kann sie nach einiger Zeit
bereits durch tiefes Wasser laufen, lernt einen Feueratem kennen, kann Fleisch
essen, usw.
Allerdings wird das ganze Spiel auf Dauer sehr sehr eintönig... Vor allem die
lediglich zwei unterschiedlichen Minispiele zum Anfreunden mit Kreaturen hängen
euch nach dem fünften, spätestens zehnten Mal einfach nur zum Hals raus. Auch
die Kämpfe sind nicht sonderlich schwer, wenn ihr euch immer weiter ausrüstet.
Das einzige, was wirklich Spass macht, ist das Basteln eurer eigenen Kreatur
und zu sehen, wie sie auf verschiedenen Beinen und Armen durch die Welt wandert.
Einige Worte zur Performance
SPORE - Wilde Kreaturen präsentiert sich in einer dreidimensionalen Cell-Shading-Grafik,
bei der die Kreaturen aber 2D und flach wie Pfannkuchen sind. Diese Grafik ist
anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber perfekt zum Spielflair und lässt
euch gut in die verrückte Welt von Spore eintauchen.
Auch die Soundausgabe ist bunt und quirlig und passt stets zum Spielgeschehen.
So karg die Landschaften auch manchmal ausfallen mögen, so detailvoller sind
aber die Kreaturen in Spore gestaltet, so dass ihr das Gefühl habt, in einem
verrückten Zoo gelandet zu sein. Von der Performance her gibt es also nicht viel
auszusetzen ;-)
Fazit
Ein frisches, neues Spielprinzip nach dem "Mal Gott sein"-Prinzip, das allerdings
schnell eintönig wird. Lediglich das Erschaffen von neuen Wesen und die Weiterentwicklung
dieser treibt den Spieler an, Spore nicht aus der Hand zu legen. Wer aber
auf der Suche nach nonstop-Action ist, sollte sich lieber ein anderes Spiel
kaufen.
Vielen Dank an EA - Electronic Arts GmbH für die
kostenlose Bereitstellung eines Reviewexemplars.