Review von Benjamin:
1. Intro:
Phantom Hourglass knüpft an die Geschichte von „The Windwaker“ an,
welches 2003 für den Gamecube erschienen ist. Was sich in „The
Windwaker“ ereignet hat, wird in Form von stilisierten Bildern wiedergegeben,
die an Papirschnitte erinnern.
Nach dieser Vorgeschichte wird in die Spielgrafik gewechselt. Wir sehen Link,
Tetra und ihre Piratencrew. Aus den Dialogen der Reisenden wird klar, dass
sie auf der Suche nach einem Geisterschiff sind, welches wiederum für
das Verschwinden von zahlreichen anderen Schiffen verantwortlich sein soll.
Tetra glaubt jedoch nicht an Geister, sondern glaubt eher an böse Piraten,
die in diesem Gewässer ihr Unheil treiben.
Plötzlich wird es neblig und das gesuchte Geisterschiff erscheint. Es
hält direkt neben dem Schiff von Tetra und ihrer Crew. Tetra glaubt
immer noch nicht, das es sich hierbei um ein Geisterschiff handeln soll.
Sie vermutet eher Schätze auf dem Schiff und springt an Bord. „Ich
werde die Wahrheit herausfinden“ ruft sie. Als sie an Bord geht, erscheint
auf einmal ein Blitz und man hört Tetra schreien. Das Schiff fährt
weiter… Link springt wagemutig an das Geländer des Schiffs, kann
sich jedoch nicht halten und fällt ins Meer.
Er wacht auf an einem Strand. Eine kleine Fee namens Ciela fliegt um ihn
herum und ruft nach ihm. Auch sie hat schon viel über das Geisterschiff
gehört und bittet Link, mit ihr zu ihrem Großvater zu gehen. Dieser
weiß mehr über das Schiff und kann ihm vielleicht helfen…
…und hier bekommt der Spieler erstmals die Kontrolle über Link.
2. Der Anfang:
Man bekommt sehr gut erklärt, wie man mit der Spielwelt interagieren
kann, wie man Link steuert und auch die Karte, welche man auf dem oberen
Bildschirm sieht. Auf dieser kann man sich Notizen machen und auch wichtige
Punkte markieren. Dieses nützliche Feature wird im weiteren Spielverlauf
noch sehr oft von Bedeutung sein.
Der Anfang ist etwas holprig. Ich muss einen Weg finden an den Hafen zu
Kapitän Linebeck, kann aber wegen einer eingebrochenen Brücke nicht
den direkten Weg nehmen. Großvater Siwan warnt mich immer davor, die
Strecke durch den Norden zu nehmen, wegen den dortigen Monstern. Fee Ciela
sagt aber, dass wir ein Schwert brauchen um eben die Monster zu besiegen.
Gut, aber woher bekomme ich das Schwert? So irre ich erstmal umher, bis ich
mich nochmals in das Lager von Großvater Siwan begebe, wo mich Ciela
dann darauf aufmerksam macht, dass Siwan hier immer eine Zahl auf das Schild
geschrieben hat um das Tor zu öffnen. Die Anzahl der Palmen am Strand.
Nachdem ich diese dann gezählt habe, zeichne ich die Zahl mit dem Touchpen
auf das Schild. Das Tor zum Lager öffnet sich und ich kann das dortige
Schwert an mich nehmen. Jetzt können mich die Monster im Norden nicht
mehr aufhalten.
Man wird sehr sachte in die Geschichte und in die Spielwelt eingeführt,
was sehr gut ist. Am Anfang steht man z.B. vor einem Tor, das einen Schlüssel
benötigt. Diesen findet man in einer Schatzkiste, die direkt neben dem
Tor steht. Im Weiteren Spielverlauf muss man dann schon weitere Strecken
und Gefahren hinter sich lassen um den Schlüssel für ein bestimmtes
Tor zu finden.
Auf der Suche nach Kapitän Linebeck stößt man dann schließlich
auf den Tempel des Meereskönigs. In diesen kommt man während des
Spiels immer wieder zurück. Mit neuem Wissen und neuen Items um sich
den Weg immer tiefer in den Tempel zu bahnen.
Mit Linebeck sticht man dann auch in See. In dem Schiffsmodus legt man auf
einer Karte per Touchpen die Route fest, die das Schiff dann abfährt.
Jede begehbare Insel hat ihren Hafen an den man andocken kann um sie zu erkunden.
Auf diese Weise bereist man die gesamte, riesige Spielwelt und erkundet zahlreiche
Tempel in denen man wieder neue Items ergattert um damit gegen den Obermotz
am Ende des Tempels siegreich zu sein. Dieses Prinzip zieht such insgesamt
wie ein roter Faden durch alle Zelda-Spiele. Ich erinnere mich noch an das
SNES-Spiel „A Link to the Past“, dort war es ähnlich. Auch
einige Items aus Phantom Hourglass erinnern mich stark an das SNES-Spiel.
Der Anfang mit dem Einführen des Spielers in die Welt und die Steuerung
ist wirklich sehr gelungen. Zelda eben…
3. Spaß:
Ich hatte über die gesamte Spielzeit hinweg immer sehr viel Spaß gehabt.
Das Spiel fasziniert mich. Die Steuerung des Charakters und seinen Items
sowie die Handhabung der Karte, auf der ich Notizen machen kann bis hin zur
Ausnutzung der Nintendo DS – Hardware. Mit letzterem sind die Rätsel
gemeint bei denen man z.B. in das Mikrophon pusten muss, um den Staub von
einer gefundenen Seekarte zu pusten oder den DS zuklappen muss, um etwas
sichtbar zu machen. Dieses Ausbrechen des Denkens aus dem Spiel in die Realität
durch die Nutzung der DS-Hardware sorgt immer wieder für einen Aha-Effekt.
Einfach klasse.
Sehr viel Spaß machen auch die Charaktere. Die Streitereien zwischen
Ciela der Fee und Kapitän Linebeck sind z.B. immer sehr lustig anzusehen.
Auch die Animationen und die Gesichtsausdrücke sorgen für den einen
oder anderen Lacher.
Nur an wenigen Stellen wurde der Spaß ein wenig getrübt, weil
ich absolut nicht wusste, was ich zu machen habe oder wohin ich reisen muss.
4. Gameplayüberblick:
- Mit dem Schwert kämpfen durch Benutzen des Stylus.
- Geschicktes und überlegtes Einsetzen der Items, die man auf seiner
Reise sammelt. Besonders knifflig wird es, wenn man im Tempel des Meereskönigs
dann den Einsatz der Items kombinieren muss um voran zu kommen. Das ganze
wirkt alles immer sehr durchdacht und es erfordert ein wenig Hirnschmalz
um weiterzukommen. Sehr genial.
- Mit dem Schiff zu verschiedenen Inseln reisen.
- Schätze bergen mit dem Greifarm des Schiffs.
- Das Schiff mit besseren Schiffsteilen ausstatten.
- Schwächen der Gegner erkennen und Nutzen.
- Bewegungsmuster der Endgegner erkennen um entsprechend zu agieren.
- Erkennen, was man mit dem gefundenen Item machen muss um den Endgegner
des Tempels zu besiegen.
- Notizen auf der Karte machen. Sehr wichtig, um sich Reihenfolgen zu notieren
oder einen bestimmten Ort, den man bereisen will.
- Mit Leuten unterhalten.
- ins Mikrophon pusten um Kerzen zu löschen oder Staub von Seekarten
zu entfernen.
An der Liste merkt man, dass das Spiel wirklich sehr abwechslungsreich ist.
5. Visuelle Dinge:
Die Spielwelt ist sehr liebevoll gestaltet. Alles ist sehr detailliert und
sorgt für die entsprechende Stimmung im Spiel. Selbst Räume die
nur kurz besucht werden, wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
Wie bei „The Windwaker“ ist die Spielgrafik im Cell-Shading-Look.
Während mich dieser Look bei genanntem Spiel noch gestört hat,
finde ich ihn auf dem DS wirklich sehr ansprechend. Trotz des Comiclooks
hat man überhaupt keine Probleme damit, Gegenstände zu erkennen
oder irgendwelchen optischen Verwirrungen ausgesetzt zu sein. Die Grafik
passt perfekt zum Spiel.
6. Intelligenz:
Die Feinde agieren alle nach einem bestimmten Bewegungs- und Aktionsmuster.
Hat man dieses erkannt und hat man erkannt, wie man vorgehen muss um sie
zu besiegen, ist nur ihre Anzahl und die eigene Schnelligkeit und Geschicklichkeit
bei der Steuerung entscheidend für den Sieg.
Das Spiel ist sehr herausfordernd aber meistens in einem Maße, dass
man es dennoch schafft. Die Lernkurve ist flach, so dass man nur selten wirklich
Probleme hat um im Spiel voranzukommen.
7. Immersion:
Der Spieler wird ständig mit Neuem gefüttert, was ihn dazu motiviert
immer weiterzuspielen. Die Rätsel und die Items sind, wie in jedem Zeldaspiel,
stark miteinander verbunden, so dass man eigentlich in jedem Tempel mit einem
andern Item neue Rätsel lösen muss. Manchmal muss man auch geschickt
mehrere Items kombiniert einsetzen um voranzukommen.
Die Geschichte ist sehr gut meiner Meinung nach und motiviert ebenso zum
Weiterspielen. Man will wissen, wer oder was hinter allem steckt. Überraschungen
hat die Geschichte auch zu bieten.
Die Charaktere mit denen man länger zu tun hat, wirken lebendig und
nicht künstlich. Vor allem Linebeck mit seiner chronischen Flucht vor
Gefahren macht innerhalb der Geschichte eine Wandlung durch. Ich würde
sogar dazu neigen zu sagen, dass Linebeck eher den Spieler verkörpert
als Link, der eigentlich nie ein Wort spricht, sondern andere Charaktere
nur immer auf ihn und seine Aussagen reagieren, die er scheinbar macht, aber
für den Spieler nicht zu sehen sind.
Auf der Reise durch die Spielwelt trifft man natürlich auch andere Charaktere
und Völker, mit denen man sich unterhalten muss und das Salz in der
Suppe sind.
Das Spiel hat wirklich sehr viel zu bieten und ist dadurch sehr abwechslungsreich.
Verschiedene Items, die man überlegt einsetzen muss, dann das Fahren
mit dem Schiff, das Bergen von Schätzen, verschiedene Minispiele, und,
und, und… In diesem Spiel wird es einem nie langweilig…
8. Kameras:
Nur sehr selten behindert ein Gegenstand der Spielwelt die Kamerasicht.
Zum Beispiel wenn man hinter einem Baum steht und ein wichtiges Item aufsammelt,
sieht man in der folgenden Nahaufnahme nicht Link, sondern nur das Grün
des Baums, weil dieser eben vor Link steht. Aber wann sammelt man auch schon
mal ein wichtiges Item genau hinter einem Baum ein?
Ansonsten gibt es bezüglich der Kamera nichts zu meckern. Man sieht
immer alles, was man sehen muss. Items wie der Greifarm oder der Bumerang
verschieben die Ansicht der Kamera jedoch, damit man auch sieht, wohin man
schießt.
9. Steuerung:
Die Steuerung hat sehr viele Überraschungen parat. Das Auspusten von
Kerzen durch das Pusten in das Mikrophon des DS und das Rufen ins Mikro um
jemanden auf sich aufmerksam zu machen sind nur zwei Beispiele. Die Hardware
des DS wird sehr gut genutzt!
Link wird mit dem Touchpen gesteuert, weshalb man das gesamte Spielgeschehen
auf dem unteren Bildschirm sieht. Diese Steuerung ist auf der einen Seite
sehr gut, weil intuitiv. Auf der anderen Seite kann ich mit dieser Steuerung
das Spiel nicht einfach mal so unterwegs spielen. Beim Einsatz des Touchpens
habe ich den DS nämlich lieber irgendwo liegen um ihn nicht in der Hand
halten zu müssen. Das ganze ist aber Geschmackssache, denke ich.
Das Interface lässt auch keine Wünsche offen.
Die Steuerung des Bumerangs funktioniert, indem man die Strecke, den der
Bumerang fliegen soll, mit dem Touchpen aufmalt. Auch andere Items funktionieren
nach diesem Prinzip. Das Kämpfen mit dem Schwert geschieht natürlich
auch durch den Touchpen. Will man einen Feind direkt attackieren, berührt
man ihn mit dem Touchpen. Eine Wirbelattacke macht man, indem man ganz
schnell einen Kreis um Link zeichnet.
Auf der Karte lassen sich kleine Notizen machen, um bestimmte Dinge nicht
zu vergessen. Die Route, die man mit dem Schiff zurücklegen möchte,
muss man ebenfalls mit dem Touchpen aufzeichnen.
10. Ideen:
Sehr viele, sehr gute und lustige Ideen, die ich gar nicht alle aufzählen
kann.
Die bereits genannten Interaktionen mit der DS-Hardware haben mir am besten
gefallen. Nachdem ich das erste mal nach einem NPC gerufen habe, also wirklich
ins Mikrophon gesprochen habe, war ich echt begeistert. Später kommt
dann das pusten ins Mikrophon um den Staub von einer Seekarte zu entfernen
usw.
Auf einer Insel hat man keine Karte zur Verfügung sondern muss sich
blind auf dieser bewegen. Durch das Zeichnen der Umrisse der Karte, kann
man dann auch das Rätsel lösen, welches einem auf der Insel gestellt
wird. Grandios!
Dass man mehrere Items einsetzen muss, um bestimmte Rätsel zu lösen,
hat mir gut gefallen. Vor allem das die bereits gesammelten Items immer wieder
zum Einsatz kommen und nicht im Inventar versauern, finde ich gut. Man muss
beim Spielen wirklich nachdenken!
Im Tempel des Meereskönigs wird einem Lebensenergie ausgesaugt und
nur auf Schutzfeldern ist man davor sicher. Mit der Phantomsanduhr ist man
auch außerhalb dieser Schutzzonen immun gegen das Aussaugen. Jedoch
hat man nur eine bestimmte Menge an Sand, so dass die Uhr irgendwann leer
ist. Das zwingt einen dazu, mit der verfügbaren Zeit sehr gewissenhaft
umzugehen.
Das Notieren auf der oberen Karte im Spiel hat mich auch fasziniert. Dadurch
ist es einfacher, sich Reihenfolgen von Hebeln zu merken oder bestimmte Orte
später noch mal zu besuchen.
11. Erinnerung
In Erinnerung bleiben mir die Rätsel bei der die DS-Hardware zur Lösung
benutzt werden muss. Ebenso der (kombinierte) Einsatz vieler verschiedener
Items.
Der Charakter Linebeck bleibt mir auch in Erinnerung. Er bringt sehr viel
Spaß in das Spiel.
Was ich ändern würde:
Nur eine Sache hat mich wirklich gestört: Auf einer Insel gibt es einen
Häuptling, der einen nur weiterkommen lässt, wenn man eine Reihe
von Fragen richtig beantwortet. Das ganze ist eher ein schlechtes Quiz, dann
man immer wieder von vorne starten kann. Dadurch ist es einfach ein stupides
Trial and Error bei dem man nur Geduld braucht um es immer wieder zu versuchen,
mehr nicht.
Auch sind ein, zwei Rätsel im späteren Spiel nicht so sehr durchschaubar.
Bei diesen musste ich im Internet nachschauen um weiterkommen zu können.
Nervig, wenn man beim Spielen im Bett liegt und den PC bereits ausgeschaltet
hat aber unbedingt im weiterspielen möchte…
Was ich von Spielanfang bis Spielende nicht verstanden habe: Diese Lichtgeisttropfen
die ich einsammeln muss. Was mache ich mit denen? Ich sammele die zwar immer
wieder ein, aber brauche sie überhaupt nicht im gesamten Spiel. Es ist
irgendwie nervig, wenn man in einem Tempel wirklich darum kämpft um
an eine bestimmte Schatztruhe zu kommen und darin dann nur so ein Lichtgeisttropfen
ist, den man „jetzt noch nicht benutzen kann“. Besser wäre
es gewesen, wenn man vor dem Endkampf mit diesen Lichtgeisttropfen irgendetwas
wichtiges machen muss… Erst dann würde sich das Sammeln auszahlen.
Fazit
Wer einen DS hat muss dieses Spiel besitzen und durchspielen! Erst dann weiß man,
was ein gutes Spiel ausmacht.