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Race Driver GRID

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Titel: Race Driver GRID
System: Nintendo DS
Publisher: Codemasters
   
Genre: Rennspiel
Spieleranzahl: 1-4 Spieler
Mehrspielermodus: Drahtlosverbindung und WiFi
WiFi (Online): Ja
Alterseinstufung: Alterseinstufung
Besonderheiten: Keine
Releasetermin: 08. August 2008

Zur Herstellerbeschreibung von Race Driver GRIDSpieletest zu Race Driver GRIDLösungen und Cheats für Race Driver GRIDDiskutiere über Race Driver GRID im Forum!



Review (Spieletest):

Review von Benjamin

Wer denkt, es ginge in Race Driver Grid um einen Rennfahrer namens "Grid" hat sich schonmal schwer getäuscht. Genau wie ich, als ich vor dem anspielen dachte, es handele sich hier um eine dieser zahlreichen Rennsimulationen die mir in etwa so viel Action bieten, wie der Kaffeekranz Sonntags bei meiner Oma. Naja, dort gibts wenigstens Kuchen. Race Driver Grid bietet dafür eine Menge Spaß, der aber mit ein paar Frustmomenten ab und an gedämpft wird. Ach ja, um auf den Namen zurückzukommen: Das "Grid" bedeutet soviel wie "Startaufstellung".

Das Spiel ist Teil der "Race Driver"-Serie, welche vor allem durch die DTM-Race Driver-Spiele bekannt sein dürfte. Während diese sich auf die deutsche Tourenwagen-Masters konzentrierten, hat Grid mit dieser nichts mehr zu tun. Mir kommt es eher so vor, als wolle Codemasters mit diesem Spiel eher ein bisschen in die Richtung der "Need for Speed"-Serie gehen, welche in den letzten Spielen ja eher auf Arcaderennen und Tuning setzte. Schnelle, bunte Karren und geile Weiber also. Wobei letzteres bei Grid leider in keinster Weise vorhanden ist. Ich tröste mich aber mit dem Gedanken, dass Rundungen am Computer sowieso viel besser dargestellt werden können, als auf dem kleinen DS-Bildschirm. Aber zur Grafik komme ich erst später. Lasst uns zuersteinmal den Motor inspizieren...

Race Driver: Grid bietet dem Spieler eine Reihe unterschiedlicher Renn-Herausforderungen in Japan, USA und dem guten alten Europa. Die meisten dieser Herausforderungen sind altbekannte Dinge wie z.B. "Meisterschaft" und "Zeitfahren". Relativ neu sind hingegen die Prüfungen. Diese sind auch ganz ohne einen Fahrlehrer und machen dadurch natürlich noch mehr Spaß.
Während dich der Fahrlehrer bei der "Speed-Prüfung" in der Ortschaft wohl eher am Kragen packen würde, muss man im Spiel eine gewisse Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen, die natürlich nicht gerade niedrig angesetzt ist. Dadurch wird jede Kurve zur Herausforderung, denn dort kann man sich schnell einmal verschätzen. Bei der Lenkprüfung muss man durch Torbogen fahren, die auf der Strecke platziert sind. Manchmal auch an wirklich fiesen Stellen, so dass man sehr reaktionsschnell sein muss um es noch zu erwischen. Schon ein einziges verpasstes Tor beudeutet meist "So, das machen wir noch einmal!".
Punkte verdienen muss man sich in der Drift-Prüfung. In Need for Speed: Underground waren die Drift-Rennen meine Lieblingsdisziplin. Auf dem DS finde ich die Drifts aber irgendwie nicht so prickelnd. Das ging am Computer alles irgendwie viel weicher und actionreicher. Aufgabe bei der Drift-Prüfung ist, in den Kurven so lange wie möglich zu driften und am besten eine hohe Geschwindigkeit beizubehalten. Dafür gibts dann Punkte. Knutsche ich in dem Drift jedoch die Bande oder irgendein anderes Hindernis, gehe ich leer aus.
Die Modi "Verfolger" und "Survival" sind eigentlich dasselbe, nur das man die Rollen tauscht. Einmal muss man einen Wagen einholen, der einen gewissen Vorsprung hat und in dem anderen Modus ist man eben der gejagte. Räuber und Gendarme mit 8 Rädern also.

Ein etwas nerviger Modus ist das Zielbremsen. Hier muss man auf eine Zielscheibe zufahren, die auf dem Boden aufgezeichnet ist. Ziel ist es, möglichst in der Mitte dieser Zielscheibe zum Stehen zu kommen. Man muss also schauen, ab wann man anfängt zu bremsen, damit man möglichst nahe in die Mitte kommt. Nervig wird es, wenn man dazu auch noch eine gewisse Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen muss. Dann kann man schonmal die Geduld verlieren, wenn der 10. Versuch immer noch nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Der letzte Satz erinnert mich übrigens an meine Fahrstunden...

Die "Blaupausen"-Veranstaltungen finde ich auch nicht sonderlich unterhaltsam. In diesen muss man im Streckeneditor eine eigene Rennstrecke bauen. Coole Sache auf der einen Seite, denn der Editor ist recht umfangreich. Man kann neben verschiedenen Kurven und Streckenausschmückungen in Form von Wäldern oder Windrädern sogar den Horizont ändern und auch die Beleuchtung. Ja, selbst die Werbetafeln kann man selbst gestalten. Auf der anderen Seite ist die Bedienung des Editors ziemlich friemelig.
Am Anfang der Streckenbau-Veranstaltung steht ein Briefing vom Kunden an. Dort liest man dann z.B., dass man 3 mittellange Kurven, 2 Unterführungen usw. auf der Strecke bauen soll. Diese Namen liest man dann wieder bei der Auswahl der Bauelemente, bevor man diese platziert. Auf einer Checkliste im Editor kann man nachlesen, welche Bedinungen man bereits erfüllt hat und welche noch nicht. Als ich das erste mal diesen Modus gespielt habe, bin ich irgendwie wohl auf einen falschen Knopf gekommen und musste ansehen wie die Arbeit von 45 Minuten einfach so gelöscht wurde. Ohne Aufforderung zum Speichern, ohne Warnung. Meine Strecke war einfach weg. ARGH!

Da lobe ich, dass man im Spiel jederzeit die Veranstaltungsorte und auch Regionen wechseln kann. Ist in Europa nix mehr zu gewinnen? Okay, dann ab nach Japan. Krieg' ich von Sushi das kotzen? Ab nach Amerika um dort die Straßen unsicher zu machen. Dieses offene Spielprinzip, dass man also jederzeit woanders weitermachen kann, hält mich oft im Spiel, obwohl ich gefrustet bin von meiner Unfähigkeit ein bestimmtes Rennen zu gewinnen.

Alle Veranstaltungen haben gemein, dass man bei erfolgreichem Bestehen Medaillen bekommt. Maximal kann man drei Medaillen in einer Veranstaltung erhalten, muss dafür aber natürlich eine sehr gute Leistung abliefern. Minimum ist eine Medaille. Leer ausgehen kann man natürlich auch, wie ich sehr oft festgestellt habe.
Neben den Medaillen erhält man noch Reputationspunkte und neue Objekte, wie z.B. Wagen und auch neue Veranstaltungen. Auch deren Anzahl hängt davon ab, wie gut man gefahren ist. Das wiederum hängt sehr stark davon ab, wie gefühlvoll man mit Gas und Bremse umgehen kann. Beides darf man nicht vernachlässigen, vor allem in Kurven. Daneben kann man mit den Schultertasten quasi einen virtuellen Schulterblick nach hinten machen, um zu sehen wie weit die Verfolger dir auf den Versen sind. Schnuppert einer quasi an deinem Auspuff, erscheint zusätzlich ein roter Pfeil im unteren Teil des Bildschirms, der einem sagt von wo er sich nähert. So kann man "Alter Mann mit Hut" spielen und noch schnell vor seine Nase fahren um die Schmach des Überholt-werdens zu vereiteln. So sieht der Gegner dann dich, wie du dein Auto siehst: Von hinten. Die Perspektive kann jedoch jederzeit mit der Select-Taste geändert werden. Insgesamt gibt es 4 Kameraperspektiven. Am besten finde ich persönlich die Ich-Perspektive in normalen Rennen. Bei Drift-Veranstaltungen sollte man jedoch besser die Third-Person-Ansicht wählen, um besser einschätzen zu können, wie weit der hintere Teil des Wagens noch von der Bande entfernt ist. Denn gerade in den Drift-Rennen ist es sehr wichtig, die Karre ganz zu lassen. Es gibt zwar kein richtiges, visuelles Schadensmodell bei den Autos, dafür sieht man im unteren Bildschirm neben der Strecke auch 4 Schadensanzeigen in Form von Symbolen. Kaputt machen kann man die Schaltung, die Lenkung, Aufhängung, Motor und die Reifen. Je stärker man die Bande berührt, desto mehr verfärben sich diese Symbole ins rötliche. Das hat dann wiederum Auswirkungen auf das Fahrverhalten des Wagens. Ist z.B. die Lenkung angeschlagen, fängt der Wagen an, nach links zu ziehen. Ist die Schaltun defekt, wird es schwer, die Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Im echten Leben würden wir uns bei so einem Fall einfach an den Straßenrand stellen und die gelben Engel anrufen. Bei einem Straßenrennen ist das natürlich eine nicht sehr vorteilhafte Wahl und deshalb gibt es dafür die Boxengasse. Im Gegensatz zum ADAC kostet mich diese kein Geld, sondern nur Zeit. Denn in der Gasse wird man auf eine Mindestgeschwindigkeit heruntergedrosselt und die eigentliche Reparatur erfolgt durch die Anzeige einer Uhr, die herunterzählt. Meist nur wenige, dafür aber wichtige Sekunden. Man muss sich also gut überlegen, wann man die Zeit investieren kann um in die Gasse zu fahren. Beim Herausfahren dauert es dann wieder ein bisschen bis man das Gaspedal durchdrücken darf. Ich finde es sehr gut, dass die Autos Schaden nehmen können und das man im Gegenzug aber auch sein Auto reparieren lassen kann. Dadurch kann man nicht einfach von Kurve zu Kurve crashen, sondern muss Fingergefühl zeigen. Übel wird es natürlich, wenn einem die Boxengasse nicht zur Verfügung steht, wie in den genannten Drift-Rennen z.B. Da ist dann das gesamte fahrerische Können gefragt.

Mit welchen Wagen man fährt, hängt davon ab, in welcher Region man fährt bzw. in welcher Stadt. In den USA fährt man u.a. mit Markenautos von Dodge, Chevrolet oder Plymouth. In Japan bekommt man es mit Toyota, Nissan, Mazda und Subaru zu tun und Europa wartet u.a. mit den Marken von Aston Martin, Koenigsegg CCGT und Pagani Zonda R. Für mich klingen die letztgenannten Namen eher wie italienische Weine oder teures Essen. Apropos klingen: Manche dieser Autos haben Motorengeräusche als würde man einen Mixer ins Kiesbett schmeißen. Das ist aber Gott sei Dank nur bei sehr wenigen Modellen der Fall. Bei den meisten kann man wirklich auch vom Geräusch her davon ausgehen, dass es sich um ein Automobil handelt.

Was mich mehr stört ist, dass ich in den Rennen immer eine Marke vorgeschrieben bekomme und nur das Aussehen aus ca. 4 bis 5 möglichen Designs wählen darf. In Amerika mit einem japanischen Auto zu fahren ist damit schonmal nicht möglich. Dafür kann ich wenigstens meine Karren individuell gestalten und auch tunen. An eigene Wagen kommt man aber nicht, wie in Polen, mit dünnen Fingern oder langem Draht, sondern durch gewonnene Rennen. Gewinne ich z.B. in Detroit ein Rennen, in denen ich nur die Marke Corvette fahren kann, gewinne ich eine Corvette bei erfolgreichem Abschluss. Diesen Wagen kann ich dann in meiner Werkstatt umfärben und an 4 verschiedenen Stellen vorgefertigte Symbole anbringen. Darunter sind auch viele Länderflaggen. Meiner pinknen Corvette mit englischer Flagge steht also nichts mehr im Wege. Dieses Auto wird mir dann auch zur Auswahl angeboten, wenn wieder ein Rennen ansteht (bei dem nur Corvettes erlaubt sind).
Die Individualisierung des Autos ist natürlich besonders reizvoll, wenn man im Wifi-Modus gegen Kontrahenten aus der ganzen Welt antritt. Da kann man dann mit seiner Karre richtig angeben quasi. Neue Folien bekommt man, genau, bei erfolgreichem Abschluss von Rennveranstaltungen. In einem Editor kann man sich auch selber solche Folien anfertigen. Da ersetze ich meine englische Flagge doch gleich mal mit ein paar selbstgemalten Brüsten. Und damit dann ab ins nächste Wifi-Rennen und hoffen, dass meine männlichen Kontrahenten nur auf meine Motorhaube starren, statt auf die Straße. Ein fabelhafter Plan, wie ich finde! Auch interessant sind die Reputationspunkte, die ich durch gewonnene Wifi-Rennen erhalte. Dadurch kann ich mich in einer Online-Rangliste mit anderen Fahrern messen, was sehr motivierend ist.

Das Tunen ist wenig spektakulär und ich habe bislang auch nicht wirklich die Auswirkungen auf mein Auto bemerkt. Tuningteile spielt man natürlich durch gewonnene Rennen frei und kann diese dann in der Werkstatt einbauen. Das geschieht durch einfaches tippen auf ein Symbol und schon ist das Teil drin in der Karre. Wäre dieses Tuningmöglichkeit nicht im Spiel, würde ich es auch nicht vermissen.

Lasst mich noch ein paar Worte zur Grafik verlieren.
Auf der einen Seite gefallen mir manche Strecken richtig gut. Man sieht am Horizont die Hochhäuser, bei Regen spiegelt sich ein Teil der Umgebung im Wasser wieder, die Strecken sehen sehr abwechslungsreich aus und man sieht sogar viele Sehenswürdigkeiten. Aber auf der anderen Seite passiert es mir sehr oft, dass ich vor lauter Pixelbrei am Horizont nicht mehr den Straßenverlauf erkennen kann. Manchmal merke ich z.B. erst zu spät, dass es eine bessere Idee gewesen wäre, einen Tick früher nach links in die Kurve zu ziehen. Aber da sich die Bande auf der linken Seite in diesem Moment von der Straße oder dem Hintergrund zu wenig abhebt, erkenne ich eben viel zu spät, dass dies möglich gewesen wäre. Ebenso fast unsichtbare Zäune, die auf einer Strecke dieselbige an einigen Stellen begrenzt. Von weitem denke ich "Oh, cool, da kann ich die Kurve ein bisschen abkürzen, indem ich schon vorher nach rechts ziehe." Ja, toll wenn dann 2 Meter vor dieser "Abkürzung" der Zaun auf einmal erscheint. Dieser Effekt passiert immer mal wieder auf verschiedenen Strecken und ist meiner Meinung nach wirklich der größte Mangel, den das Spiel hat. Ein Blick auf den unteren Bildschirm, wo man die Streckenkarte sieht, hilft da auch nicht. Meistens würde es schon reichen, wenn der Kontrast zwischen gewissen Streckenteilen einfach größer wäre. Von Bande zur Straße z.B. oder zur Bande dahinter. Manche Rennspiele haben dafür auch Pfeile, die im Interface nach links oder rechts zeigen kurz vor einer Kurve. Dadurch weiß man schon vorzeitig, wo die Reise hingeht und wundert sich nicht darüber, dass man plötzlich ein Picknick im Kiesbett macht.

Ansonsten sind die Rennen wirklich sehr fordernd und motivierend. Mit der Zeit steigt natürlich auch der Schwierigkeitsgrad an, was ich bei meinem ersten Rennen bei Regen feststellen musste. Man ist schneller von der Straße gerutscht als man "Aquaplaning" sagen kann. Da heißt es dann: Durchbeißen und dran bleiben.



Fazit
Ein sehr gutes Rennspiel mit kleinen Mängeln, die immer mal wieder auftauchen aber mit denen man leben kann. Würde die Grafik nicht an manchen Stellen das Gameplay beeinträchtigen, würde ich auch dort 5 Punkte vergeben. So bleibe ich bei sehr guten 4 Punkten. Die Möglichkeit eigene Strecken zu designen sowie sein Auto individuell zu gestalten bringen über lange Zeit ebenso viel Spaß, wie in Wifi-Rennen andere Spieler am eigenen Auspuff riechen zu lassen. Wer mal an meinem Schnüffeln möchte, mein Freundescode lautet: 425-359-639-906.

Spielbewertung Gesamtbewertung

Vielen Dank an Codemasters für die kostenlose Bereitstellung eines Reviewexemplars.




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