Review von Benjamin
1. Intro:
Kein Intro. Wartet man allerdings ein paar Sekunden im Hauptmenü, wird
einem ein beliebiges Rennen gezeigt, welches mit flotten Kamerafahrten und
Schnitten auf dem Fokus eines Fahrers bleibt.
2. Der Anfang:
Ich habe im Einzelspielermodus die Auswahl zwischen Grand Prix. Zeitfahren,
Versus, Wettkampf und Rennmissionen.
Grand Prix:
Wie bei bereits vergangenen Mario-Kart-Titeln kann ich hier um mehrere Pokale
fahren. Vorher wählt man die Kubikklasse aus, welche von 50ccm über
100ccm bis zu 150ccm reicht. (ccm bedeutet Kubikzentimeter und hat was
mit dem Motor zu tun, bzw. dem Hubraum. Je größer der Hubraum,
desto größer die Leistung.) Je höher also die ccm-Zahl,
desto schwerer wird es, an seine Gegner zu überholen.
Nach der ccm-Wahl habe ich dann die Entscheidungsmöglichkeit zwischen
dem Nitro-Grand Prix und dem Retro-Grand Prix. Vor allem letzterere finde
ich sehr witzig, weil hier nur Strecken enthalten sind, die schonmal in vorherigen
Mario Kart Spielen zu sehen waren. Ein kleiner Textvermerk vor dem Name sagt
sogar von welchem System die Piste stammt. Ich erkenne die alten Strecken
vom Super Nintendo direkt wieder. Daneben gibt es auch welche vom GBA, N64
und Gamecube.
Innerhalb dieser beiden Grand Prixs gibt es wiederum 4 Auswahlmöglichkeiten,
von denen ich aber zwei erst freischalten muss. Zunächst bleiben mir
bei beiden ersten Felder vorbehalten. Beim Nitro Grand Prix wähle ich
den Pilz-Cup.
Die Rennen sind sehr lustig und es macht auch Spaß, aber fordernd ist
das ganze nicht. Ich gewinne ausnahmslos alle Rennen. Beim Flower-Cup und
den beiden freigeschalteten Pokalrennen geht es mir genauso. Die 150ccm-Rennen
sind viel spannender, weil die Gegner viel schneller sind und sich nicht
so einfach abhängen lassen.
Versus:
Hier kann ich einfach Fahrer, Auto und Strecke wählen und fahre dann
gegen die Computergegner ein Rennen.
Wettkampf:
Hier gibt es ein Wiedersehen mit dem altbekannten Ballon-Battlemodus. Jeder
Fahrer hat eine bestimmte Anzahl an Ballons und es gilt, mit Items, die
Ballons der Gegner zu zerschießen. Die Items sind dabei dieselben
wie in den normalen Rennen. Glück hat, wer einen roten Panzer ergattern
kann. Das ganze findet in einer Arena statt, einem einfachen Level ohne
vorgegebene Strecke oder Fahrtrichtung. Die Mannschaft, die zuerst keine
Ballons mehr hat, hat verloren. Jeder gegen Jeden ist natürlich auch
möglich. Dieser Modus nennt sich bei Mario Kart DS „Ballonbalherei“.
Daneben gibt es auch den Modus „Insignienraser“. Dabei sind in
der Arena goldene „Orden“ verteilt, die man aufsammeln kann.
Durch den Einsatz von Items (Panzern) kann man den Gegner abschießen,
der daraufhin seine Insignien verliert. Diese sollte man dann schleunigst
aufsammeln. Hat man längere Zeit keine Insignien, scheidet man aus.
Der Fahrer mit den meisten Insignien gewinnt.
Rennmissionen:
Hier hat man die Auswahl aus verschiedenen Missionen, die man erfüllen
muss. Zum Beispiel muss man auf einer Strecke 15 Münzen einsammeln oder
durch verschiedene Tore fahren. Nach und nach erledigt man alle Missionen,
wird ein Endgegner freigeschaltet, den man besiegen muss. In Level 1 der
Missionen ist das eine schwarze Kugel namens „Bully“. Man ist
mit ihr auf einer Plattform, die im Wasser schwimmt. Die Kugel versucht dich
schnaubend von der Plattform ins Wasser zu drängen. Dasselbe musst du
auch versuchen, brauchst dazu allerdings das Pilzitem, welches man in der
Mitte der Plattform aufnehmen kann. Die Idee finde ich sehr lustig und dadurch
spornt es einen an, weitere Rennmissionen zu machen um die neuen Endgegner
zu sehen.
Der Multiplayermodus ist im Gegensatz zum Einzelspielermodus ein ganz anderes
Kaliber. Hier entscheidet sich, ob man das Spiel wirklich beherrscht. Bei
einem Match gegen einen Freund verliere ich gnadenlos jedes Rennen. Er hat
immer wieder das Quentchen mehr Glück wie ich, oder ist von vornerein
viel zu weit entfernt von mir, als das ich noch eine Chance hätte, ihn
zu überholen. Man merkt erst im Multiplayermodus den Spaß und
den Kern des Spiels. Dieser liegt darin, dass ein Rennen wirklich erst dann
entschieden ist, wenn man als erster über die Ziellinie fährt.
Vorher ist alles offen, egal wie weit der eine oder andere hinten liegt.
Hat man das Glück die richtigen Items zu erwischen, kann man dem Gegner
immernoch so stark zusetzen, dass dieser bald die Rücklichter des eigenen
Gefährts zu sehen bekommt.
3. Spaß:
Der Einzelspielermodus ist nicht sehr fordernd und langweilt mich daher
sehr schnell.
Der Multiplayermodus macht sehr viel mehr Spaß. Bei den Rennen ist
es mir sehr oft passiert, dass ich 3 von 3 Runden auf dem ersten Platz war,
aber dann kurz vorm Ziel von irgendwas behindert werde (blauer Stachi-Panzer,
roter Panzer, etc) um mich dann mit dem zweiten Platz zufrieden geben zu
müssen. Sehr ärgerlich. Frust und Spaß liegen hier sehr nahe.
Die Ungewissheit, die Spannung, was noch passieren könnte bis zur erlösenden
Fahrt über die Ziellinie macht bei diesem Spiel meiner Meinung nach
den Kern des Spielspaßes aus. Ebenso natürlich die Schadenfreude,
wenn man seine Gegner doch noch kurz vor Ende des Rennens überholen
kann.
Was ich sehr lustig finde ist, dass man sein eigenes Symbol zeichnen kann.
Mit dem Touchpen kann ich eine kleine pixelige Grafik zeichnen, die fortan
auf meinem Gefährt zu sehen ist. Das mache ich in einem speziellen Modus,
der mir 3 unterschiedliche Pinselgrößen und Radierergrößen
sowie verschiedene Farben zur Verfügung stellt. Eine sehr gute Idee.
Das Spiel bietet neben alten, bekannten und geliebten Strecken natürlich
auch viele neue. Eine Strecke geht durch einen Flipperautomat, eine andere
geht durch ein Uhrwerk usw. Hier haben sich die Streckendesigner wieder viele
lustige Dinge überlegt. Mario Kart eben.
4. Gameplayüberblick:
- Items sammeln
- Items geschickt einsetzen
- Gas geben
- Sliden in den Kurven
- Im Windschatten des Gegners fahren um schneller zu werden
- Im Wettkampfmodus die Ballons des Gegners abschießen, ohne dabei
selbst getroffen zu werden
5. Visuelle Dinge:
Während meinen Grand Prix – Fahrten konnte ich nur zwei Strecken
erkennen, die Wettereffekte in Form von Schnee und Regen gezeigt hat. Auf
gruseligen Strecken wie dem Spukhaus sind ab und an am oberen Bildschirmrand
Geister zu sehen.
6. Intelligenz:
Die Computergegner sind keine ernstzunehmenden Kontrahenten. Besser man
fährt im WiFi-Modus gegen andere, reale Gegner.
7. Immersion:
Im Einzelspielermodus wird man schnell gelangweilt, weil die Herausforderung
fehlt. Im Grand Prix – Modus steigt der Grad aber mit der Kubikzentimeterzahl.
Die 150 ccm – Rennen sind am spannendsten, weil man hier wirklich um
den ersten Platz kämpfen muss.
Der Multiplayermodus macht schnell süchtig. Die Rennen sind spannend
und bis zum Ende offen. Die verschiedenen neuen und auch alten Strecken faszinieren
und machen Neugierig.
8. Kameras:
Man sieht seinen Fahrer stehts aus der Verfolgerperspektive und hat dadurch
die perfekte Übersicht.
9. Steuerung:
Der Dualscreen des DS wird folgendermaßen eingesetzt:
Auf dem oberen Bildschirm sieht man stets das Geschehen. Fahrer, Rennstrecke
usw. Auf dem Unteren Schirm sieht man eine Karte, die stilisiert die Strecke
von oben darstellt. Man selbst und die anderen Fahrer sind dort als kleines
Item, welches den Kopf des Fahrers darstellt, vertreten. Auf dieser Karte
kann man schon von weitem sehen, ob sich Hindernisse, wie Bananenschalen
auf der Straße befinden. Auch Itemblöcke sind dargestellt. Alles
mit kleinen, eindeutigen Symbolen. Auf der linken Seite des Screens sieht
man dazu noch die Rangliste der Fahrer. Wer an welches Position ist und
sogar, wer welches Item gerade besitzt. Berührt man den Touchscreen
oder drückt „Y“, wechselt die Kartenansicht in eine Gesamtansicht
der Strecke von oben. Hier sieht man dann alle Fahrer und wo sie sich gerade
befinden.
Der Touchpen wird eigentlich garnicht benötigt. Zur Auswahl der Strecke,
etc. kann man auch ohne Probleme das Steuerkreuz benutzen. Für den Zurückpfeil
unten links nehme ich immer den linken Daumen.
10. Ideen:
Man kann sein eigenes Symbol zeichnen, welches mein Gefährt in Multiplayermatches
ziert. Das Zeichnen mit dem Touchpen ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig.
Die Strecken sind teilweise sehr witzig. Zum Beispiel die Strecke, welche
wirkt, als würde man in einem Flipperautomaten fahren. Kugeln rollen
durch eine bunte, blinkende Rennstrecke und man muss aufpassen, nicht von
ihnen erwischt zu werden. Auch die Strecke durch ein Uhrwerk finde ich sehr
einfallsreich.
11. Erinnerung
In Erinnerung bleiben die spannenden Multiplayermatches und die einzigartigen
Rennstrecken sowie die altbekannten Strecken vom Super Nintendo.
Schlussfazit:
Gegen Freunde oder andere, „reale“ Gegner über WiFi zu
spielen macht wirklich sehr viel Spaß. Die Rennen sind sehr spannend,
weil die Führung, dank der Items, auch noch kurz vor dem Überfahren
der Ziellinie verloren gehen kann. Der Einzelspielermodus motiviert durch
das Freispielen von neuen Fahrern oder neuen Strecken, ist aber schnell durchgespielt.
Wer über WiFi spielen kann, muss zuschlagen. Alle anderen sollten warten,
bis das Spiel etwas günstiger zu kaufen ist. Alternativ kann man sein
Glück über Ebay versuchen